« AMBASSADORENKRIPPE »

Eine Krippe von europäischer Bedeutung
4. Januar 2026
Beginn:16.45 h!

Besammlung: Jesuitenkirche

Marie-Christine Egger erzählt von Wirthen und Weinschenken, Küfer und Fassbinder, Sinner, Einlässer, Weinschätzer, Flösser, Schlepper und Schiffzieher im lebensfrohen und festfreudigen Solothurn.

Die Römer brachten den Wein in Amphoren nach Salodurum. Oft benutzten sie auch Schläuche aus Ziegen- oder Schweinehaut. Ein Graffiti in Pompei lautet: “Wir sind voll wie die Schläuche!”

Im Mittelalter benutzte man für den Transport Holzfässer. Karl der Grosse hatte diese in Unkenntnis des Gärungsprozesses auch für den Weintransport vorgeschrieben. Aber die Fässer waren nicht dicht. Zum Glück hatten die Flösser auf der Aare jeweils ein Ergänzungsfässchen dabei. Allerdings hat dieses nie ausgereicht. Im Mittelalter liebte man es, den Wein mit exotischen Gewürzen zu verbessern. Die getrunkenen Quantitäten waren erstaunlich hoch, denn das Wasser war in den Städten knapp und voller Krankheitskeime. Die Abwässer der Kloaken gingen ins Grundwasser, aus dem die Sodbrunnen gespeist wurden. Sogar Dienstboten bekamen Wein, und gekocht wurde lieber in Wein als in Wasser. Wein war ein Grundnahrungsmittel!

Im 14. Jh. schlossen sich die Handwerker zu Zünften zusammen. In den Zunftstuben und nicht in den Gaststuben fanden die opulenten Feste statt. Bratensaft macht Bruderschaft! Mitglied der Wirthenzunft waren alle, die das Handwerk rund um den Wein ausübten. Zwar durften in den Zünften keine Frauen mittrinken; aber auch Frauen schätzten die Trinkfertigkeit und stellten diese unter Beweis. 1449 verburgrechteten sich Solothurn und Le Landeron. Dieser Vertrag wurde regelmässig erneuert und führte zu einer engen Freundschaft. Noch heute kommt der grösste Teil des Bürgerweins aus Le Landeron. Weshalb nun diese Reben an das Bürgerspital gefallen sind, über den Weinkonsum der Patienten und des Pflegepersonals, dazu gibt es viele lustige Geschichten.

Zwar wächst in der Lieblings-Schwesterstadt im Westen eigener Wein; leider ist es der sauerste Wein der Welt. Weshalb die eifersüchtigen Nachbarn dies erzählen und weshalb ein Grenchner für ein Mass Wein seine Frau verkauft hat, lässt sich bei dieser kurzweiligen Führung mit Marie-Christine Egger in Erfahrung bringen. Gotthelf sagte über die Solothurner: Chalchbode vertreit meh! Prost!

Anmeldungen nur bei Gruppen nötig.

« GLITZER, GLIMMER, GLANZ UND GLORIA »

14. Dezember 2025

17.00 – 19.00 Uhr
Baseltor, Solothurn

Weihnachten erinnert an hell erleuchtete Bäume, an Geschenke und andere Gewohnheiten. M.C. Egger erzählt, wer St. Nikolaus war, wie es zum Christkind kam und weitere Hintergründe der Bräuche.

Solothurns Weihnachtsbeleuchtung glitzert wie der Sternenhimmel und ist bereits Ausdruck des heute gelebten Brauchtums. Wie sah wohl der Sternenhimmel in der Weihnachtsnacht aus, und wann ist Jesus zur Welt gekommen? Warum wird ein Barbarazweiglein geschnitten, und was bedeutet dies für die Zukunft? Wer kennt die Geschichte des Barbaraweizens?

Advent, die Zeit der Erwartung, wird mit einem Adventskranz oder einem Adventskalender verschönt. Aber weshalb ist der Adventskranz rund?

In der geheizten Jesuitenkirche wird sich aufgewärmt und die einmalige Rokokokrippe mit intakter Symbolik betrachtet, ein wahres Krippenjuwel! Aber wo liegt der Ursprung dieses schönen Brauches? War es Franziskus von Assisi in Greccio oder waren es die Mysterien- und Wiegenspiele? Wie kamen die plastischen Darstellungen von den Kirchen in die Privathäuser?

Im weihnachtlich dekorierten Roten Turm gibt es heissen Glühwein und Lebkuchen zur Stärkung – ganz im Sinne des Brauchtums. Wem sind die 7 Lebkuchengewürze bekannt? Wer kennt den Unterschied zwischen dem Weihnachtsmann, St. Nikolaus und dem Christkind? Und die Geschichte des Christbaums – ein ursprünglich heidnischer Brauch? Warum werden Glaskugeln an den Christbaum gehängt?

Weihnachten ist ein wunderschönes Fest mit vielen sinnlichen Bräuchen. Das Wort «Brauch» leitet sich ab von «Brauchen». Jedes Jahr wieder werden diese sinnvollen und schönen Bräuche aufgenommen. Von Marie-Christine Egger erfahren die Teilnehmer die Geschichte und Hintergründe vom vorchristlichen Wintersonnwend zum heutigen Weihnachtsfest über heutige Weihnachtsbräuche. Danach werden die Bräuche sicher umso mehr gelebt und geliebt  und umso bewusster angewendet – ganz im Sinne einer friedvollen Weihnachtszeit.

«BUTZEN, MUMMEN und OHNANSTÄNDIGE MASCARADEN GEHEN»

8. Februar 2026

Geschichte[n] der Fasnacht – Spannend für Fasnachts-Neulinge, ein MUSS für Fasnächtler:innen

Besammlung: Baseltor, Solothurn

Woher kommt dieser Brauch und welche Bedeutung hat er? Fastnacht ist die Nacht vor der Fastenzeit. Darauf deutet auch der Ausdruck «carne vale», Fleisch, lebe wohl!

Die Reformierten kennen keine Fastenzeit, daher kennen sie auch keine Fasnacht.
Fastnacht war Heiratstermin und Zinstag. Es entstanden Schaubräuche: turniermässige Kampfspiele, obrigkeitskritische Fastnachtsspiele und Umzüge. Weiter kannte man die Fastnachtsfeuer, ein Frühlingsfeuer, das vom Volk in die Fasnacht eingebunden wurde.
Im späten Mittelalter wurde der Narr zur zentralen Figur. Es entstanden die Fastnachtsspiele. Während eines Fastnachtsspiels im 14. Jh. wurde ein Franziskanermönch verspottet. So alt ist unsere Fastnacht!
Der Fastnachtstermin steht auch im Zusammenhang mit den jährlichen Waffeninspektionen mit anschliessendem Umziehen. Jeder Bürger musste in seiner Zunft zu einer Inspektion seiner Waffen antreten. Man holte die Fahnen aus den Zeughäusern, oder zog mit einem «Süwpanner» durch die Strassen.
Melancholie und militärische Disziplin, Fasnacht ist eben beides, Sehnsucht und Lebensfreude, Narrenfreiheit und der Ursprung in den Söldnerzügen. Die Fasnacht ist ein Kulturgut das gefördert werden muss. Es lohnt sich für Fastnächtler und Nichtfastnächtler etwas über die Hintergründe dieses alten Brauchtums bei Marie-Christine Egger zu erfahren.

« GEISTER, GESPENSTER UND WIEDERGÄNGER »

18. Januar 2026

Besammlung: Baseltor, Aussenseite

Am Ort des Grauens begegnen die Teilnehmer dem grünen Jäger, Poltergeistern, Leichenzügen und bleichen Grabgestalten. Der Geist der Eggerin lehrt, wie man sich vor diesen Gestalten schützt.

Die unsichtbare Welt der Geister und armen Seelen, Dämonen, Hexen und Feen ist ein wichtiger Teil des kulturellen Erbes. In dieser Welt haben Menschen ihre Wurzeln. In der heutigen, hektischen Welt sind diese Vorstellungen sehr gefährdet.

Mit dem Geist der Eggerin kann man sich ins Grauen entführen lassen. Ohne dieses Grauen kann das Lichtvolle nicht existieren. Es braucht Dunkel um zum Licht zu kommen. Orte des Grauens sind Folge fehlenden Lichtes oder fehlenden Bewusstseins. Wiedergänger sind Verstorbene, die noch einmal zurückkehren, also lebende Leichname. Anders als Geister von Verstorbenen steigen Wiedergänger in ihren alten Körpern aus dem Grab.

Es gibt Geister, die kennt man in ganz Europa. Dazu gehören der wilde Jäger und auch das Doggeli. Das Doggeli dringt um Mitternacht durch Astlöcher oder Schwundrisse ein, kommt schleifend über den Boden, hockt sich dem Schlafenden plötzlich auf die Brust und drückt. Das Opfer hat furchtbare Angst zu ersticken, kein Arzt kann helfen. Das Doggeli ist ein Dämon, der durch Spalten und Ritzen ins Schlafzimmer kommt, über die Decke zur Brust kriecht und einem die Kehle zudrückt.

In einem besonderen Raum wird sich die Gruppe aufwärmen. Dort entführt die Eggerin in die Welt der Geisterhunde. Der Hund steht auf der Schwelle vom Diesseits zum Jenseits. Er ist ein Seelentier. Heulende Hunde sehen Geister, die den Lebenden verborgen bleiben. Auch hier kennt man den Hund mit den glühenden Augen. Diese symbolisieren Fegefeuer oder Hölle.

Fast jede Gegend hat ihr eigenes Landesgespenst; so auch die Stadt Solothurn mit dem Geusstier. Dieses darf aber bestimmte Grenzen nicht überschreiten. Der Poltergeist ist ein Produkt menschlicher Sorge und Nöten. Der Mensch befindet sich in der Übergangszeit von einer Lebensphase in eine andere, meist in der Pubertät, in einer schwierigen sozialen Lage, schweren Konflikten und Krisen.

Vor dem Neubau der St. Ursenkirche befand sich der städtische Friedhof auf der Süd- und Westseite des Gotteshauses. Selbstverständlich sieht man da noch immer den Leichenzug vorüberwanken. Spuk ist die Brücke zwischen dem Diesseits und dem Jenseits, die aber eigentlich ein Ganzes bilden.

« DIE GRÜNE WELT DER EINSIEDELEI »

19. April 2026

14 Uhr – 16 Uhr

Eine aussergewöhnliche Führung ins Pflanzenreich – zu jeder Jahreszeit ein besonderes Erlebnis.

Besammlung: Einsiedelei – St. Verena Schluchteingang Süd, 4532 Feldbrunnen-St.Niklaus, BSU-Linie 4 bis Haltestelle «St. Niklaus»

Eine aussergewöhnliche Führung ins Pflanzenreich – zu jeder Jahreszeit ein besonderes Erlebnis.

Julia Oehm, selbstständige Landschaftsarchitektin, Pflanzen- und Naturliebhaberin, erzählt von einheimischen Bäumen, Sträuchern und Kräutern sowie von Moosen und Farnen, den faszinierenden Urgewächsen.

Nicht erschrecken, wenn Julia Oehm Pflanzenteile isst: Sie weiss genau, was geniessbar ist und verrät es den Teilnehmern ebenso wie deren positiven Nutzen für Körper und Geist. Sie bringt Bäume, Sträucher, Kräuter und andere interessante Pflanzen näher und gibt auch spezielle Ratschläge für den Garten mit auf den Weg.

Marie-Christine Egger, Kulturhistorische Führungen Solothurn, berichtet von Kienholzbrennern, Pechsiedern, Spindel-, Feuer- und Lichtbäumen, Liebeszauber und von Orten mit vergrabenen Schätzen. Die Geschichte des Waldes rund um die Einsiedelei bringt Besucher zum Staunen.

Während der Wald heute als Erholungsort gilt, wurden früher die verschiedenen Baumarten intensiv genutzt. Marie-Christine Egger erzählt, wie die Kelten aus Esche Speere und Lanzen fertigten und die Spitzen mit Gift von Eiben imprägnierten. Aus dem Holz der Eibe stellten die Engländer ausgezeichnete Langbögen her, die sie im Hundertjährigen Krieg verwendeten. Für Schiesspulver, Druckerschwärze und Schuhwichse brauchte man Kohle, für die Beleuchtung Kienspäne. Die Waschweiber verwendeten Buchenasche und die Brückenbauer Esche. Die Linde war der Gerichtsbaum.

Die Führung ist spannend und erhält durch den Wechsel der Jahreszeiten immer wieder ein neues Gesicht.

BSU-Linie 4 bis Haltestelle «St. Niklaus» fährt bis zum Schluchteingang. Die Gehstrecke über den Meditationsweg, durch die Schlucht und wieder an den Ausgangspunkt zurück, dauert ca. 2 Stunden, inklusive einer kurzen Pause mit einem Erfrischungsgetränk.