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Heilige, Damen, Weiber und Hexen

Sonntag, 10. Mai 2026

15 – 19 Uhr

Männer schrieben Geschichte – Frauen gestalteten sie! Marie-Christine Egger entführt zum Muttertag in die Welt der Solothurnerinnen: Von heiligen Visionärinnen über mächtige Patrizierfrauen bis zur letzten Hexe auf dem Scheiterhaufen.

33. traditioneller Frauenstadtrundgang zum Muttertag

Das Original seit 1994 – und dieses Jahr besonders: 3 x 11, die Solothurner Zahl!

Frauenquote, Doppelbelastung, Karrierechancen – Frauenthemen polarisieren heute wie eh und je. Doch was können wir von unseren Vorgängerinnen lernen?

Frauen haben in Solothurn schon immer eine besondere Rolle gespielt: Von der heiligen Verena über wohlhabende Patrizierfrauen, den Ambassadoren und deren Mätressen, einfachen Weibern und der letzten Hexe, die hier am Scheiterhaufen verbrannt wurde. Ihre Geschichten geben Anstösse, Mut und Durchhaltevermögen – damals wie heute.

Beim Unterbruch üben Sie sich in typischen Aktivitäten von damals – etwa im Handspinnen. Denn eine Frau war ja nie untätig bzw. durfte nie untätig sein…

Für Damen UND Herren! Auch wenn Sie vieles schon wissen – diese Jubiläumsführung zum 33. Mal darf man nicht verpassen!

« WALDPURGISNACHT » – WENN DIE HEXEN TANZEN

Donnerstag, 30. April 2026

19 – 21 Uhr

Von keltischen Festen bis zur Hexenverfolgung – eine mystische Reise zwischen Tatsachen, Glaube und Aberglaube. Mit Flugtrank probieren, Kräuterkunde und anschliessendem Flugversuch. Ein Abend voller Magie und uraltem Wissen!

Spannende und grauenhafte Themen und Bräuche im Zusammenhang mit der Walpurgisnacht erfahren in dieser abwechslungsreichen Führung von Marie-Christine Egger.

Die Walpurgisnacht ist ein traditionsreiches keltisches Fest. Feste, die auf vorchristliche Zeiten zurückgehen, orientieren sich am Mond. So kann man davon ausgehen, dass die Walpurgisnacht während des Mai-Vollmondes gefeiert wurde. Woher kommt dann aber der Brauch des Maitannli?

Walpurgisnacht ist auch mit dem Hexenwahn und seine grauenhaften Folgen verbunden. Wie endete der Hexenwahn in Frankreich und in der Schweiz? Von der geschichtlichen Hexe zur heute so beliebten Identifikationsfigur. Was für Frauen galten als Hexen? Woher kommt der böse Blick? Wie läuft ein Hexensabbat ab? Die Teilnehmenden lernen dazu auch den Hexentanz, ein wichtiger Bestandteil des Hexensabbats.

Im «Roten Turm» wird ein Flugtrank aus Kräutern zuzubereitet. Weshalb hatten die Frauen danach das Gefühl des Fliegens? Die Wirkung der Kräuter kann im Selbstversuch kennen gelernt werden. Alle bekommen einen Schluck des Zaubertranks, um auf einem Besen fliegen zu können. Versicherung ist Sache der Teilnehmenden!

« IN STATTMURE BURGER SWINE »

In Stattmure Burger und Swine

Sonntag, 29. März 2026

17 Uhr – 19 Uhr

Das Frauenzimmer Marie Eggerin lebt im Mittelalter, im 14. Jahrhundert, und ist standesgemäss gekleidet. Es ist eine gefährliche Zeit, eine Zeit voller Arbeit, Elend, Bedrohung und Dämonen.

Das edle Frauenzimmer Marie Eggerin führt sicher durch die schmutzigen Strassen Solothurns – neben den Misthaufen tummeln sich Schweine und Hühner in Schlamm und Dreck. Krankheiten sind daher häufig anzutreffen. Höchste Zeit also, die Gassen zu pflastern!

Die Solothurner lebten gefährlich und voller Ungewissheit. Die Ritter verloren ihre Schutzaufgabe und wurden zu Raubrittern. Bei der zweimaligen Belagerung durch die Habsburger wird auf dem Wehrgang stehend Solothurn verteidigt. Aber wie macht man das? Wie schwer wiegt ein Kettenhemd? Dank der Vereitelung des nächtlichen Anschlags auf die Stadt durch den Bauer Hans Roth von Rumisberg, konnte sich Solothurn Jahre danach «freie Reichsstadt» nennen.

Nicht nur das Erdbeben von Basel hat Solothurn durchgeschüttelt; auch das Wüten der Pest hat unzählige Opfer gefordert. Solothurn wird danach in Stein neu aufgebaut. Wer ein Steinhaus besitzt, ist «steinreich». 
Auf dem Land kennt man den Tauschhandel. Solothurns Städter kaufen das Brot neuerdings mit Brakteaten. 
Die Kirche hat immer weniger zu bestimmen, weil Solothurns Bürger ihr Selbstbewusstsein entwickeln und sich nach Recht und Schutz sehnen. Die Bürger schliessen sich zusammen und bilden 11 Zünfte, die von nun an die Stadt regieren und viele öffentliche Aufgaben übernehmen. Diese 11 Zünfte sind die Grundlage für Solothurns Heilige Zahl 11! In diese Zeit fällt auch die Gestaltung des solothurnischen Territoriums, welche dem heutigen Kanton Solothurn entspricht.

Doch das Mittelalter ist neben dem vielen Elend auch farbig und voller Lebensfreude. Nichts zeigt dies so gut wie Musik und Tanz, um die die unbändige Lebensfreude der Solothurner zum Ausdruck zu bringen.
Bei Nuss- und Speckbrot, mittelalterlichem Gewürzwein, Läckerli und mit Honig gesüsstem Kräutertee klingt der Abend mit dem Frauenzimmer Eggerin gemütlich aus.

«BUTZEN, MUMMEN und OHNANSTÄNDIGE MASCARADEN GEHEN»

8. Februar 2026

Geschichte[n] der Fasnacht – Spannend für Fasnachts-Neulinge, ein MUSS für Fasnächtler:innen

Besammlung: Baseltor, Solothurn

Woher kommt dieser Brauch und welche Bedeutung hat er? Fastnacht ist die Nacht vor der Fastenzeit. Darauf deutet auch der Ausdruck «carne vale», Fleisch, lebe wohl!

Die Reformierten kennen keine Fastenzeit, daher kennen sie auch keine Fasnacht.
Fastnacht war Heiratstermin und Zinstag. Es entstanden Schaubräuche: turniermässige Kampfspiele, obrigkeitskritische Fastnachtsspiele und Umzüge. Weiter kannte man die Fastnachtsfeuer, ein Frühlingsfeuer, das vom Volk in die Fasnacht eingebunden wurde.
Im späten Mittelalter wurde der Narr zur zentralen Figur. Es entstanden die Fastnachtsspiele. Während eines Fastnachtsspiels im 14. Jh. wurde ein Franziskanermönch verspottet. So alt ist unsere Fastnacht!
Der Fastnachtstermin steht auch im Zusammenhang mit den jährlichen Waffeninspektionen mit anschliessendem Umziehen. Jeder Bürger musste in seiner Zunft zu einer Inspektion seiner Waffen antreten. Man holte die Fahnen aus den Zeughäusern, oder zog mit einem «Süwpanner» durch die Strassen.
Melancholie und militärische Disziplin, Fasnacht ist eben beides, Sehnsucht und Lebensfreude, Narrenfreiheit und der Ursprung in den Söldnerzügen. Die Fasnacht ist ein Kulturgut das gefördert werden muss. Es lohnt sich für Fastnächtler und Nichtfastnächtler etwas über die Hintergründe dieses alten Brauchtums bei Marie-Christine Egger zu erfahren.

« DIE GRÜNE WELT DER EINSIEDELEI »

19. April 2026

14 Uhr – 16 Uhr

Eine aussergewöhnliche Führung ins Pflanzenreich – zu jeder Jahreszeit ein besonderes Erlebnis.

Besammlung: Einsiedelei – St. Verena Schluchteingang Süd, 4532 Feldbrunnen-St.Niklaus, BSU-Linie 4 bis Haltestelle «St. Niklaus»

Eine aussergewöhnliche Führung ins Pflanzenreich – zu jeder Jahreszeit ein besonderes Erlebnis.

Julia Oehm, selbstständige Landschaftsarchitektin, Pflanzen- und Naturliebhaberin, erzählt von einheimischen Bäumen, Sträuchern und Kräutern sowie von Moosen und Farnen, den faszinierenden Urgewächsen.

Nicht erschrecken, wenn Julia Oehm Pflanzenteile isst: Sie weiss genau, was geniessbar ist und verrät es den Teilnehmern ebenso wie deren positiven Nutzen für Körper und Geist. Sie bringt Bäume, Sträucher, Kräuter und andere interessante Pflanzen näher und gibt auch spezielle Ratschläge für den Garten mit auf den Weg.

Marie-Christine Egger, Kulturhistorische Führungen Solothurn, berichtet von Kienholzbrennern, Pechsiedern, Spindel-, Feuer- und Lichtbäumen, Liebeszauber und von Orten mit vergrabenen Schätzen. Die Geschichte des Waldes rund um die Einsiedelei bringt Besucher zum Staunen.

Während der Wald heute als Erholungsort gilt, wurden früher die verschiedenen Baumarten intensiv genutzt. Marie-Christine Egger erzählt, wie die Kelten aus Esche Speere und Lanzen fertigten und die Spitzen mit Gift von Eiben imprägnierten. Aus dem Holz der Eibe stellten die Engländer ausgezeichnete Langbögen her, die sie im Hundertjährigen Krieg verwendeten. Für Schiesspulver, Druckerschwärze und Schuhwichse brauchte man Kohle, für die Beleuchtung Kienspäne. Die Waschweiber verwendeten Buchenasche und die Brückenbauer Esche. Die Linde war der Gerichtsbaum.

Die Führung ist spannend und erhält durch den Wechsel der Jahreszeiten immer wieder ein neues Gesicht.

BSU-Linie 4 bis Haltestelle «St. Niklaus» fährt bis zum Schluchteingang. Die Gehstrecke über den Meditationsweg, durch die Schlucht und wieder an den Ausgangspunkt zurück, dauert ca. 2 Stunden, inklusive einer kurzen Pause mit einem Erfrischungsgetränk.