Sonntag, 22. November 2026
17.00 – 19.00 Uhr
Traumberuf Nachtwächter? Der Nachtwächter Egger erzählt!
Eine dunkle Geschichte! Nachtwächter Egger führt durch die finsteren Gassen Solothurns – dorthin, wo einst Geister, Diebe und Nachttopfinhalte durch die Luft flogen.
Nachtwächter – der ungeliebte Beruf
Er musste nur eines: wach bleiben, tuten und blasen. Nachtwächter zählten zu den wenig geachteten Berufen – soziale Aussenseiter, oft dem Alkohol verfallen. Kein Wunder: Wer die Nacht zum Tag macht, wirkt tagsüber übermüdet, geistesabwesend – und nicht besonders hell. Nachtwächter Egger erzählt aus dem Alltag seines Standes.
Die Nacht – Zeit der Geister und Ängste
Die Dunkelheit machte Angst. Sie war die Zeit der Geister, der Wilden Jagd und der Albträume. Zum Schlafen brauchte es Schutz. Man ruhte auf einem Federbett oder auf einem mit Laub gefüllten Sack – meist auf mehreren Kissen gestützt, fast sitzend. Auf Reisen teilte man das Bett mit wildfremden Menschen. Und jedermann, ob Bettler oder Bürgermeister, benutzte den Nachttopf. So blieben lange beschwerliche „Ausflüge” erspart. Geleert wurde er schwungvoll – aus dem Fenster!
Von der Öllampe zur Gasflamme
Bereits 1845 beschloss die Solothurner Regierung, 26 Öllampen aufzustellen. So wusste der Nachtwandler wenigstens: „Beim Lichtlein muss der Märetplatz sein.” 1860 kam die Gasbeleuchtung: Die neue Eisenbahn transportierte Kohle nach Solothurn, das Gaswerk produzierte Gas für die Strassenlampen. Der Laternenanzünder stapfte von Laterne zu Laterne – „da die Beleuchtung in gegenwärtigen Zeiten für die Sicherheit ratsam ist”!
Und dann kam das Wunder: der Strom
1886 kaufte Josef Müller das Kraftwerk an der Oesch und liess eine 8 km lange Stromleitung bauen – so etwas hatte zuvor noch niemand gewagt! Bis dahin mussten Fabriken zwingend an Bächen oder Flüssen stehen. 1880 kam die Glühbirne auf den Markt, und 1896 erstrahlte die Hauptgasse im Licht der ersten elektrischen Bogenlampe. Solothurn war der Zukunft auf der Spur.
Auf dem Rundgang mit Nachtwächter Egger erleben Sie die dunkle Nacht so, wie sie früher empfunden wurde – und wohl auch war. Diese amüsante und lehrreiche Zeitreise wird durch einen Halt zum Aufwärmen unterbrochen. Dort lernen die Teilnehmenden den Umgang mit Feuerstein und Feuerstahl – bevor es weitergeht in die Nacht.
Anmeldungen nur für Gruppen nötig.

