Allerheiligen, 1. November 2026
19.00 – 20.30 Uhr
Solothurn – Geschichte[n] würzig & pikant
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Vom Grundnahrungsmittel zum Genussmittel – die Weingeschichte der lebensfrohen und festfreudigen Solothurner. Führung mit drei Degustationen!
Marie-Christine Egger erzählt von Wirten und Weinschenken, Küfern und Fassbindern, Sinnern, Einlässern, Weinschätzern, Flössern, Schleppern und Schiffziehern im lebensfrohen und festfreudigen Solothurn.
Die Römer brachten den Wein in Amphoren nach Salodurum. Oft benutzten sie auch Schläuche aus Ziegen- oder Schweinehaut. Ein Graffito in Pompeji verrät: „Wir sind voll wie die Schläuche!”
Im Mittelalter transportierte man den Wein in Holzfässern. Karl der Grosse hatte diese – in Unkenntnis des Gärungsprozesses – auch für den Weintransport vorgeschrieben. Doch die Fässer waren nicht dicht: Zum Glück hatten die Flösser auf der Aare stets ein Ergänzungsfässchen dabei. Ausgereicht hat es nie…
Wein als Grundnahrungsmittel: Die getrunkenen Mengen waren erstaunlich hoch – das Wasser in den Städten war knapp und voller Krankheitskeime. Die Abwässer der Kloaken versickerten ins Grundwasser, aus dem die Sodbrunnen gespeist wurden. Sogar Dienstboten bekamen Wein, und gekocht wurde lieber in Wein als in Wasser. Und der Wein wurde mit exotischen Gewürzen verfeinert!
Zünfte, Feste und Frauen: Im 14. Jahrhundert schlossen sich die Handwerker zu Zünften zusammen. Die opulenten Feste fanden in den Zunftstuben statt – Bratensaft macht Bruderschaft! Mitglied der Wirtenzunft war, wer sein Handwerk rund um den Wein ausübte. Frauen durften in den Zünften zwar nicht mittrinken – ihre Trinkfertigkeit stellten sie dennoch unter Beweis.
Solothurn und Le Landeron: 1449 verburgrechteten sich die beiden Städte – ein Vertrag, der regelmässig erneuert wurde und zu einer engen Freundschaft führte. Noch heute kommt der grösste Teil des Bürgerweins aus Le Landeron. Wie diese Reben ans Bürgerspital gelangten und was Patienten und Pflegepersonal so tranken – dazu gibt es viele lustige Geschichten.
Und die Nachbarn? In der Lieblings-Schwesterstadt im Westen wächst zwar eigener Wein – leider gilt er als der sauerste der Welt. Warum die eifersüchtigen Nachbarn das erzählen und weshalb ein Grenchner für ein Mass Wein seine Frau verkauft hat, erfahren Sie auf dieser kurzweiligen Führung.
Gotthelf sagte über die Solothurner: „Chalchbode vertreit meh!” Prost!
Anmeldungen nur für Gruppen nötig.
Kosten: Fr. 20.– inkl. drei Degustationen

